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Eine Show der Superlative 27.12.2005
Lokalsausgabe/Witten

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Eine Show der Superlative
Besinnliches mit Hüftschwung und
eine Predigt mit Urlaubsfotos: Die Gottesdienste der Martin-Luther-Gemeindeim Saalbau waren ausverkauft und begeisterten
- weil sie aus Tradition ungewöhnlich sind
Von Astrid Stolberg"Du lieber Gott - wo bist Du hier gelandet", nennt
Annemarie Sbrisny ihre anfänglichen Gedanken. Es ist Heiligabend, die Wittenerin sitzt in der ersten Reihe des bis auf
vereinzelte Plätze voll besetzten Saalbaus. Sie besucht zum ersten Mal das Weihnachtsprojekt der
Martin-Luther-Kirchengemeinde (MLK).
Sbrisnys Skepsis werden wohl einige der rund 800 Besucher geteilt haben, als zu
Beginn des Erwachsenengottesdienstes eine Frauenstimme "eine Show der Superlative", den einzigartigen Helden der Bühne,
den Traum aller Schwiegermütter, "Andy Show" ankündigte. Passend zum Motto "Alles Show" zog der auffällig gestylte
"Andy" eine solche ab. "Das Thema haben wir positiv aufgenommen. Es klingt negativ", sagt Peter Unger, Diakon in der
MLK. "Der Hintergrund ist, dass das, was man sieht, schon gut ist. Das was man dahinter sieht, ist noch besser. Gott
steht hinter allem. Das was er uns schenken will, ist schöner als alles, was wir uns schenken können: seine Liebe",
erläutert der 41-Jährige. "Im Familiengottes-dienst und in dem für Erwachsene ist die Aussage die Gleiche, aber wir
nutzen andere Medien. Die besinnlichen Teile sind bei den Erwachsenen länger", erklärt der Wittener.
"Es war wie immer schön, attraktiv gestaltet, zackig und zügig durchgeführt", schwärmt der 18-jährige Renè Schulte nach dem
Familiengottesdienst. Auf "Andys" Tanzeinlage mit schwingender Hüfte im Erwachsenengottesdienst folgt ein von der
Band auf der Bühne begleitetes "Tochter Zion". Die Gäste im Saal beteiligen sich lautstark. In den Minuten der
Stille nach einem Schauspiel und der Lesung der Weihnachtsgeschichte sorgt Musik für stimmungsvolle Atmosphäre.
Die Predigt von Pastor Jürgen Kroll ist untermalt mit Witzen, Urlaubsfotos und Bildern aus dem Weltall, die die
Gedanken zum Thema "Alles Show" greifbarer werden lassen. "Wenn es einen Erfinder von Show gibt, dann ist es der
Schöpfer."
Wer auf einen traditionellen Gottesdienst gehofft hatte, war im Saalbau fehl am Platze. "Es hat mir
sehr gut gefallen, vor allem die Texte und das Glaubensbekenntnis nach Dietrich Bonhoeffer", sagt Sbrisny, nun
überzeugt.
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