„Zuversicht und Stärke“ – das klingt nach festem Grund, nach klarer Richtung, nach einem sicheren Plan. Aber im Moment erleben wir als Gemeinde oft das Gegenteil. Vieles ist in Bewegung: Menschen sind gegangen, neue sind hinzugekommen, Konflikte haben uns herausgefordert. Selbst unsere Kirchenbänke und Stühle erzählen davon: Alt und Neu stehen nebeneinander, und manchmal ist genau das unser Problem – dass wir uns mit all unserem guten Willen und all unserem Wollen gegenseitig im Weg stehen.

Das Ergebnis? Irgendwas zwischen nachdenklichem Zusehen und engagiertem Aktionismus. Unser Gemeindezentrum, unsere Gottesdienste, unser Zusammenleben – alles steht in der Spannung zwischen Bewahren und Aufbrechen.

Es fühlt sich ein wenig an wie die Wüstenwanderung Israels. Da war kein Masterplan. Das Volk zog los, wenn sich die Wolke erhob, und blieb, wenn sie ruhte. Das Manna reichte immer nur für einen Tag. Der Weg auf der Karte wirkt wie ein Umherirren – und doch führte er schließlich ins verheißene Land.

Und genau hier klingt der Monatsspruch in unsere Situation hinein: „Gott ist unsere Zuversicht und Stärke.“ Nicht, weil wir einen doppelten Plan in der Tasche haben. Nicht, weil wir schon wissen, wie alles ausgeht. Sondern weil Gott selbst unsere Mitte bleibt – inmitten von Unklarheit, Wandel und Konflikt.

Vielleicht ist es gerade dieses „Reisen auf Sicht“, das uns zurückführt zu einer tieferen Verheißung: dass Gottes Stärke nicht in unserer Perfektion liegt, sondern in seiner Treue. Dass Zuversicht nicht bedeutet, alle Antworten zu kennen, sondern unterwegs zu bleiben – gemeinsam, im Vertrauen, dass Gott uns Schritt für Schritt führt.

Darum gilt für uns als Gemeinde auch ein Satz, der weit über unsere Mauern hinausweist: „Nie wieder ist jetzt.“ Es ist die Mahnung, nicht zu verschlafen, was auf dem Spiel steht – in Kirche und Gesellschaft, im Miteinander und im Glauben. Zuversicht und Stärke sind keine Vertröstung auf später, sondern Zuspruch für diesen Augenblick: jetzt, hier, heute.

🕯️ Und so dürfen wir im September diesen Vers beten wie eine Verheißung für unsere Gemeinde:

„Gott ist unsere Zuversicht und Stärke.“

Heute. Für morgen. Und für den Weg, den wir noch nicht kennen.


Gebet

Gott, du gehst mit uns durch Zeiten der Klarheit und der Verwirrung.

Du kennst unsere Spannungen zwischen Alt und Neu, zwischen Festhalten und Aufbrechen.

Schenke uns die Stärke, auszuhalten, was noch offen ist,

und die Zuversicht, dass dein Weg uns trägt – auch wenn wir ihn nicht erkennen.

Lehre uns, im Vertrauen auf dich die nächsten Schritte zu gehen.

Amen.

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