Salz würzt und ist gleichzeitig ein wichtiger Bestandteil unserer Nahrung. Ohne die Mineralien die im Salz enthalten sind würden wir krank werden und auch sterben. Salz ist also lebensnotwendig.

Salz verteilt sich in Flüssigkeiten und löst sich darin auf. Dadurch verändert es diese Flüssigkeit bzw. sein umgebenes Milieu – ganz. Gebe ich z.B. Salz in die Suppe, verändert die ganze Suppe ihren Geschmack und nicht nur Teile davon. 

“Ihr seid das Salz der Erde”! Betrachtet man aber mal das Salz von seiner Eigenschaft her, dass es sein gesamtes umgebendes Milieu verändert, ergibt sich folgender Sinn:

Christen gehören in die Welt um durch ihr “Da-Sein” und Handeln der Welt einen anderen “Geschmack” zu geben und lebenswichtige Stoffe hinzuzufügen. Und in dieser Funktion sind sie auch Teil dieser Welt.

Sie verändern durch ihr “Salz-Sein” immer auch das sie umgebende Milieu, ohne Ausnahme. D.h. wir verändern automatisch damit den “Geschmack” des gesamten Bereichs  in dem wir uns bewegen. Ob gläubig oder ungläubig, alle werden beeinflusst, auch die (scheinbar) „Gottlosen“. “Denn er lässt seine Sonne aufgehen über Bösen und Guten und er lässt regnen über Gerechte und Ungerechte.” (Matth. 5,45) Genauso verhält es sich mit dem Salz, es grenzt in seiner Wirkung nicht aus, sondern “würzt” alles um sich herum. Wenn das Salz aber seinen Geschmack und diese Funktion verliert (taub wird), wird es nutzlos und man kann es wegwerfen.

Demzufolge geht es nicht darum die Menschen in den “Salzstreuer” Kirche zu holen um sie den Geschmack des Salzes kosten zu lassen. Reicht es auch nicht vom Salz zu erzählen oder zu predigen. Es muss erfahrbar gemacht werden indem es sich in der Welt verteilt. Das Salz muss in die Suppe, sich einmischen, untermischen und vermischen. Nur so kann es auch verändern.

Unsere Welt braucht dringend eine “Geschmacksveränderung”. Dafür zu sorgen ist unser Auftrag als Christen. Das funktioniert aber nicht, wenn wir im Salzstreuer Kirche hocken bleiben und es unserer frommen Seele gut sein lassen. Es reicht auch nicht mit guten christlichen Taten hervorzustechen. Erst wenn wir uns zerstreuen und in der Welt unser Salz mit seinen  lebensnotwendigen “Geschmacksstoffen” verteilen und sich auflösen lassen kann es seine volle verändernde Wirkung entfalten. Und diese Stoffe bestehen aus den gelebten! Teilen der Bergpredigt oder um es mit dem Titel einer Geschichte von Peter Teuchert zu benennen, dem “Bergpredigtsyndrom”. 
Regina Ranglack

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