Kurze Vorbemerkung: dies ist keine historische Predigt Luthers. Nennen wir es einen homiletisch-literarischen Spaß, der aber einen inhaltlichen Ernst in sich trägt. Ich war so frei, meine Andacht, die in den letzten Wochen auf unserer Internet-Seite zu lesen war, anlässlich des Reformationstages durch eine KI in die Sprache und Zeit Martin Luthers übertragen zu lassen. Wem dies augenzwinkernd nützt, dem wünsche ich gesegnetes Lesen. Wer damit nichts anfangen kann, dem empfehle ich einen der schönen Gottesdienst zum Reformationstag in seiner Nähe.
Liebe Freunde in Christus,
Freiheit ist ein köstlich Ding, und doch sind wir Menschen wunderliche Gesellen: Wir schreien nach Freiheit, solange das Joch uns auf dem Nacken liegt; kaum aber ist es heruntergenommen, so laufen wir umher und suchen einen, der es uns wieder auflege. Stellt euch einen Knecht vor, der viele Jahre einem harten Herrn gedient hat. Nun kommt einer, bezahlt seine Schuld, öffnet ihm die Tür und spricht: Geh hin, du bist frei! Was täte man von solchem Menschen erwarten? Dass er aufatme, dass er unter freiem Himmel gehe und Gott danke. Aber siehe, ehe der Abend kommt, steht er schon vor einer anderen Tür und fragt: Hast du nicht ein Joch für mich? Ihr würdet sagen: Der Mann ist nicht bei Trost. Und doch tun wir vor Gott nicht anders.
Denn der Mensch hält Freiheit schlecht aus. Bald sucht er Sicherheit bei diesem Herrn, bald bei jenem. Bald vertraut er seinem Geldkasten, bald seinem guten Namen, bald seinen Werken und seiner Frömmigkeit. Und wenn einer laut genug ruft: Komm nur zu mir, ich will dir sagen, was du tun musst, dann läuft der Mensch leicht hinterher. Denn Freiheit verlangt ein festes Herz, Knechtschaft aber verlangt nur Gehorsam. Darum ist Freiheit ein köstlicher Schatz, aber auch einer, den man leicht aus der Hand gibt.
Eine Stadt mag ihre Tore öffnen und einem fremden Herrn die Schlüssel reichen. Das geschieht in einer Stunde. Will sie aber die Schlüssel wiederhaben, so kann es Blut, Tränen und viele Jahre kosten. Was leicht dahingegeben wird, ist nicht ebenso leicht zurückgewonnen. Darum spricht Paulus nicht bloß: Ihr seid frei. Er spricht: Steht fest! Als wollte er sagen: Seht euch vor! Christus hat euch das Joch vom Hals gerissen; lauft nun nicht hin und lasst euch ein anderes schmieden.
Denn darum geht der Streit bei den Galatern. Sie hatten das Evangelium gehört und an Christus geglaubt. Nun kamen andere und sagten: Ja, Christus ist wohl gut und schön; aber Christus allein genügt nicht. Du musst dies noch tun und jenes halten, diese Satzung erfüllen und jenes Zeichen an dir tragen, sonst bist du vor Gott noch nicht recht. Da fährt Paulus dazwischen wie mit einer Axt: Nein! Christus genügt. Willst du dich durch deine Werke vor Gott gerecht machen, so machst du Christus unnütz. Willst du den Himmel mit deinen frommen Händen verdienen, so hast du die Gnade nicht verstanden. Denn Christus ist kein halber Heiland, dem du mit deinen Werken die andere Hälfte hinzutragen müsstest. Er hat dich frei gemacht. Nicht dein Fasten. Nicht dein Beten. Nicht deine Wallfahrt. Nicht dein Geld. Nicht dein guter Ruf. Auch nicht dein frommes Gesicht am Sonntagmorgen.Christus allein.
Darum ist der Glaube nichts anderes, als dass das Herz diesen Christus ergreift und sagt: Was ich nicht habe, das hast du. Was ich nicht vermag, das hast du für mich getan. Meine Sünde sei dein, deine Gerechtigkeit sei mein. Auf dich verlasse ich mich. Aber hier kommt nun eine andere Gefahr. Man kann viel von Christus wissen und ihm doch niemals begegnet sein. Ein Bauer mag hundert Geschichten über seinen Landesherrn gehört haben. Er weiß, wo dessen Burg steht, wie sein Wappen aussieht und an welchem Tage er geboren ward. Und dennoch ist er ihm nie begegnet. So gibt es auch Leute, die wissen manches von Christus. Sie wissen von Bethlehem, vom Kreuz und vom leeren Grab. Sie kennen Festtage und Lieder, können vielleicht sogar mit dem Pfarrer darüber streiten, wie ein Schriftwort recht auszulegen sei. Und dennoch kann Christus ihnen fremd bleiben.
Denn der Glaube ist nicht bloß, dass ich weiß, was man über Christus erzählt. Darum soll die Kirche Christus nicht wie einen Krämer seine Ware feilbieten und auch niemanden mit Gewalt heranschleppen. Wir sollen von ihm reden. Auf der Kanzel und am Herd, auf dem Markt und auf dem Feld, beim Krankenbett und am Tisch. Ein Vater seinem Kind, ein Nachbar seinem Nachbarn, eine Frau ihrer Freundin, ein Handwerksmann seinem Gesellen. Und wenn einer fragt: Was trägt dich denn, wenn dir alles andere genommen wird? Dann darfst du antworten: Christus trägt mich. Nicht weil ich so stark glaube. Nicht weil ich ein besonders frommer Mensch wäre. Sondern weil er treu ist. Aber merke wohl: Du kannst niemanden zum Glauben prügeln. Du kannst ein Pferd an den Zügel nehmen und einen Ochsen unter das Joch spannen. Einen Menschen aber kannst du nicht in Christus hineinzwingen. Sobald du aus dem Evangelium wieder eine Peitsche machst, hast du es verdorben. Das Wort soll gepredigt werden. Christus soll vor Augen gemalt werden. Seine Gnade soll angeboten werden. Dann mag der Geist tun, was wir nicht tun können: das Herz öffnen. Denn der Glaube wird nicht mit Stricken gezogen. Und doch bedeutet Freiheit nicht, dass ein Christ nun die Hände in den Schoß legt und spricht: Nun bin ich frei, nun gehe mich mein Nächster nichts mehr an.
Nein, lieber Mensch, da hast du wiederum nichts verstanden. Gerade weil du vor Gott nichts mehr verdienen musst, werden deine Hände frei. Frei wozu? Dass sie deinem Nächsten dienen. Paulus sagt wenige Verse später, die Christen seien zur Freiheit berufen und sollten einander durch die Liebe dienen. Sieh also: Du dienst nicht, damit Gott dich liebt. Du dienst, weil Gott dich liebt. Das ist ein himmelweiter Unterschied. Der Knecht arbeitet, weil er fürchtet, sonst geschlagen zu werden. Der Sohn hilft im Haus, weil es sein Haus ist. So soll es unter Christen sein. Siehst du einen Hungrigen, so frage nicht zuerst, ob du dadurch ein besserer Christ wirst. Gib ihm Brot. Liegt dein Nachbar krank, so rechne nicht, wie viel Lohn Gott dir für einen Besuch geben werde. Geh zu ihm. Hat einer Angst, so setz dich zu ihm. Ist einer fremd, so rede mit ihm. Hat einer Schuld auf sich geladen und sucht Vergebung, so schlage ihn nicht noch mit frommen Worten nieder, sondern weise ihn auf den, der Sünder trägt. So bekommt die Freiheit Hände und Füße.
Und gerade darum, liebe Freunde, lasst euch diese Freiheit nicht wieder rauben – auch nicht unter frommem Namen. Es wird immer Menschen geben, die euch gern neue Joche machen. Die einen aus Angst, die anderen aus Machtlust, wieder andere sogar in guter Absicht. Sie werden sagen: Ein rechter Christ muss so aussehen, so reden, so beten und genau diesen Weg gehen. Dann antwortet ihnen: Mein Herr heißt Christus. Nicht dass wir ohne Ordnung leben sollen. Nicht dass jeder tun soll, was ihm gerade einfällt. Paulus weiß wohl, dass die Freiheit auch missbraucht werden kann. Eben deshalb führt sie nicht in die Selbstsucht, sondern in die Liebe. Aber zwischen dem Dienst der Liebe und dem Joch der Angst liegt ein großer Unterschied. Christus macht frei. Und weil er frei macht, dürfen wir auch andere nicht knechten. Darum steht fest.
Wenn andere Herren locken, steht fest. Wenn man euch einreden will, Christus genüge nicht, steht fest. Wenn ihr selbst wieder anfangen wollt, euren Glauben mit Regeln zu sichern, bis unter all den Regeln das Evangelium kaum noch zu sehen ist, steht fest. Und wenn einer neben euch steht, der Christus noch nicht kennt, dann packt ihn nicht beim Kragen. Geht ein Stück Weg mit ihm. Erzählt ihm, wer euch trägt. Zeigt ihm den Christus, der nicht gekommen ist, neue Ketten zu schmieden, sondern Gefangene frei zu machen. Vielleicht entdeckt dieser Mensch dann eines Tages: Dem kann ich vertrauen. Mit diesem Christus will ich leben. Denn das ist die rechte Freiheit eines Christenmenschen: dass er vor Gott nichts mehr erkämpfen muss, weil Christus ihm alles schenkt, und dass er darum mitten unter den Menschen die Hände frei hat, zu lieben.
Also: Das Joch ist zerbrochen. Hebt es nicht wieder auf. Steht fest in der Freiheit, zu der Christus euch befreit hat. Amen.
Hinweis: Der Text wurde mit Hilfe seiner freundlichen KI aus der Nachbarschaft erstellt.
